Kurzbericht über die Zukunftswerkstatt vom 29. März 2009

 

"Wie wollen die Merkener künftig in ihrem Dorf leben, wohnen, arbeiten, spielen, bauen .....?"
20 Bürgerinnen und Bürger - vom engagierten jungen Erwachsenen bis zum erfahrenen Dorfältesten - fanden sich am vergangenen Sonntag zu einer "Zukunftswerkstatt" ein, um Vorstellungen zu diesem Thema zu entwickeln. Für die Veranstaltung, zu der das Planungsbüro Urgatz aus Aachen gemeinsam mit der Stadt Düren im Rahmen der Dorfentwicklungsplanung eingeladen hatte, stellte die Pfarrgemeinde St. Peter ihr Merkener Pfarr- und Jugendheim von 10 bis 17 Uhr zur Verfügung.

Die "Zukunftswerkstatt" ist eine besondere Art des Workshops, in dem mit Fantasie, frei von den Zwängen des Alltags, Vorstellungen entwickelt werden, die zu konkreten, zukunftsfähigen Lösungen führen sollen.

In der ersten Phase, der Kritikphase, setzten sich die Bürgerinnen und Bürger zunächst mit der Frage auseinander "Was gefällt Ihnen nicht an Merken". Hier hagelte es erwartungsgemäß Kritik zum Thema Verkehr (zu viel Verkehr, Parkplatzprobleme, …) und Infrastruktur (fehlende Einkaufsmöglichkeiten, lückenhafter ÖPNV, Mängel bei sozialen Einrichtungen wie Polizeiposten, Seniorenheim, Treffpunkte für Jung & Alt, Sportstätten, Jugendangebote, Spielplätze, …).
Einen hohen Stellenwert räumten die Merkener Bürgerinnen und Bürger auch der Dorfgestaltung ein. Dies wurde stark mit einer vernachlässigten Grüngestaltung und –pflege sowie einer Bevorzugung des Verkehrs gegenüber den Fußgängern in Zusammenhang gebracht. Nicht wenige empfinden die Zusammenarbeit von Politik, Vereinen und Bevölkerung als mangelhaft.

"Die Kritik soll nun zum Positiven gewendet werden". Damit leitete Dipl.-Ing. Elke Ostenda, die die Werkstatt mit Einfühlungsvermögen und fester Hand sachkundig und geschickt moderierte, die Fantasiephase ein. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten zunächst ihr schauspielerisches Können beweisen, indem sie - unter viel Beifall - einige Pantomimen aufführten.
Nach dieser mentalen Lockerung entwarfen sie in Gruppen Bilder zum Thema "Wie sollte Merken im Jahr 2020 aussehen?". Auch hier zeigte sich, dass jeder über verborgene Talente verfügt. Aus Bildern, Erläuterungen und Stichworten entstanden viele faszinierende Ideen zum Dorf von morgen. Allen Visionen gemeinsam war die Aufwertung der grünen Achse entlang des Schlichbachs, der von Nord nach Süd (derzeit teilweise verrohrt) durch den Ort fließt. Innerhalb dieser Achse sollen die vorhandenen sozialen Infrastrukturen durch ein Bürgerhaus bzw. eine Mehrzweckhalle, Seniorenzentrum, Café, Polizeiposten, Nahversorgung oder Sportstätten ergänzt werden. Dabei sehen die Workshopteilnehmer auch flexible Mehrfachnutzungen als ideal an.
Eine Gruppe ist tief in die vorhandene Dorfstruktur eingedrungen und hat die störenden Gewerbegebiete in Richtung Autobahn und der neuen Südumgehung verlagert, so dass zwar Arbeitsplätze für Merken erhalten bleiben, aber die Belastung durch Schwerlastverkehr aus dem Ort gehalten wird. Entlang der zukünftigen Betriebsstraße wurde ein Rad- und Fußweg angelegt. Eine weitere Arbeit reißt Mauern und Zäune ein, um die Zugänglichkeit der Parkanlage rund um den Weiher, bzw. des Dorfplatzes zu verbessern.
Die Gruppe, die sich im Schwerpunkt mit der Grüngestaltung befasste, hofft doch noch darauf, dass der Restsee nach dem Tagebau nicht kommt. Und so möchten sie am „Dümpel“, wo sich ehemals der Feuerlöschteich befand, wieder einen kleinen Teich anlegen, mit Spielplatz nahe dabei. Der Schlichbach soll durch einen begleitenden Fuß- und Radweg zugänglich und erlebbar werden. Die wichtigsten Ideen wurden in "Internetseiten des Jahres 2020" zusammengefasst und als Werbung für Merken formuliert.

Nach einem Mittagsimbiss, den ein ortsansässiger Partyservice geliefert hatte, entstand sogleich viel Bewegung im Raum, ein kleines Spiel sorgte für erhöhte Herzfrequenz, die der Mittagsmüdigkeit keine Chance ließ. Alle konnten frisch und munter in die dritte Phase, die Realisierungsphase, eintreten. Nun ging es darum, Schritt für Schritt die Visionen in praxisorientierte Lösungsansätze zu überführen. Wie in den anderen Phasen wechselte sich auch hier die Arbeit in Kleingruppen und im Plenum ab. Die einzelnen Ideen wurden weiter ins Detail beleuchtet und Wege angedacht, wie Probleme bei der Umsetzung vermieden werden können.
„Wir Erwachsenen müssen auf die Jugendlichen zugehen und sie ansprechen.“ Dies war eine wichtige zentrale Aussage in Bezug auf die Integration der Jugend. Bei allen Maßnahmen soll der demografische Wandel berücksichtigt werden. Alle Wege und öffentlichen Gebäude sollen barrierefrei benutzbar sein. Auch möchten die Merkener die Zersplitterung der Dorfgemeinschaft in den verschiedenen Vereinen überwinden und alle an einen runden Tisch bekommen.

Zum Schluss der Werkstatt zeigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die mit viel Elan mitgewirkt hatten, vom ereignisreichen Tag erschöpft aber zufrieden. Die Wände waren dicht tapeziert mit den Ergebnissen des Tages: Stichworte, Bilder, Wandzeitungen. Erstaunlich, wie viel an einem Tag erarbeitet werden kann. Die Hoffnung, aber auch die Zuversicht, durch die Mitarbeit am Dorfentwicklungsplan etwas bewegen zu können, war für alle eine starke Motivation. Das Erlebnis der konstruktiven Zusammenarbeit möchten die Werkstattteilnehmer weiter ins Dorf tragen und wünschen sich viele Mitstreiter.
Am Dorfentwicklungsplan wird auch weiterhin in offenen Arbeitsgruppen an den verschiedenen Themen intensiv gearbeitet.

Zu den nächsten Arbeitskreissitzungen, die für alle Interessierten offen stehen, werden die Bürgerinnen und Bürger vom Planungsbüro Urgatz rechtzeitig über Presse und Internet eingeladen. Im Internet ist der Prozess der Dorfentwicklungsplanung auf der Homepage www.merkenonline.de zu finden.

Aachen, den 30.03.2009
 
Dipl.- Ing. Astrid Urgatz

 

Das ausführliche Protokoll finden Sie HIER als .pdf-Dokument (ca. 1MB).

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