Exkursion nach Brüggen-Born

Text: Bernd Breuer

Am 31.10.2009 sind auf Initiative des Planungsbüro Urgatz fünf Merkener nach Brüggen-Born aufgebrochen, um sich dort ein Bild davon zu machen, wie ein Dorfentwicklungsplan einen Ort verändern kann.

In einer Präsentation wurde uns vorgestellt, was in Born in den letzten Jahren an Projekten geplant und umgesetzt wurde.

Die Ortschaft Born, die im Gegensatz zu Merken eine Einwohnerzahl von weniger als 3.000 Bürgern hat, hat durch Initiative von wenigen Initiatoren am Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" teilgenommen. Bei dieser ersten Teilnahme wurde der Ort durch eine Jury begutachtet. Diese Jury empfahl den Beteiligten, den Status und die Entwicklungsmöglichkeiten des Ortes durch einen Dorfentwicklungsplan bewerten zu lassen.

Die Gemeinde Brüggen stimmte diesem Plan zu und stellte auch die finanziellen Mittel dafür zur Verfügung.
Der Dorfentwicklungsplan wurde in Arbeitskreisen mit dem Büro Urgatz - ähnlich wie in Merken - erarbeitet.

Nach Abschluss wurde dieser erst einmal 2 Jahre in die Schublade gelegt.
Erst nach der Initiative Einzelner wurde der Dorfentwicklungsplan wieder "ausgegraben".

Im kleinen Kreis der Initiatoren wurden Empfehlungen des Dorfentwicklungsplanes zu Projekten.
Wichtig dabei war gerade zu Beginn, dass es sich dabei um überschaubare kleinere Projekte handelte.
In diesem Rahmen wurde z.B. ein Denkmal [Bild] restauriert und wieder ins rechte Licht gesetzt.
Im Zeitraum von ca. 5 Jahren wurden ca. 25 Projekte umgesetzt, wie z.B.
- Restaurierung Denkmal
- Restaurierung Kreuz
- Dorfplatzverbesserung (Barrierefrei)
- Anlegen eines Brunnens
- Anpflanzung von Bäumen
- Anlegen eines Spielplatzes
- Sanierung des Friedhofes
- Anlegen eines externen Parplatzes
- Verlagerung und Verschönerung eines Altglas-Recycling-Platzes
usw.

Es wurde auch nicht versäumt zu erwähnen, dass einzelne Empfehlungen aus dem Dorfentwicklungsplan als nicht umsetzbar zur Seite gelegt, aber auch Projekte über ihn hinaus angepackt wurden.
Intern gab es auch dort Gegner und Teilnahmslose.

Die Ortschaft hat inzwischen bei dem jetzt umbenannten Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" eine Medaille gewonnen.


Mir persönlich stellte sich natürlich während und nach dem Besuch die Frage, was ich aus Born für Merken mitnehmen kann.

Wichtig für alle Maßnahmen war immer die eigene Initiative des Ortes. Ohne die wäre in Born NICHTS passiert.
Sehr wichtig war auch bei einigen Projekten die Kommunikation mit den Kommunen. So wurden für einige Projekte vom ansässigen Bauhof Material und auch Maschinen zur Verfügung gestellt. Die Umsetzung lag dann in der Hand der ortsansässigen Bürgerinitiative.
Diese Kommunikation muss bei uns mit der Stadt, dem Kreis, dem Land dem Bund und nicht zuletzt mit RWE-Power umgesetzt werden.

Bei anderen Projekten wurden ortsansässige Firmen um Geldspenden gebeten, mit denen Materialien bezahlt werden konnten. Ein Beispiel dafür ist das Kreuz vor der Volksbank.
Firmen wurden in die Pflicht genommen, das Innere eines Kreisverkehrs zu begrünen und zu unterhalten. Im Gegenzug durfte diese Firma auf dieser Insel Werbung für sich platzieren.
Auch in Merken gibt es potente Firmen und Betriebe.

Mir bleibt besonders in Erinnerung, dass nach Anlaufen verschiedener Projekte "Externe" gefragt haben, ob sie helfen könnten, weil sie nicht außen vor sein wollten.

Innovative Ideen waren also dort Voraussetzung für vermeintlich alltägliche Maßnahmen.

Der Ort Born profitiert von einem Pfarrheim, in dem alle Vereine ihre Veranstaltungen durchführen. Bei Feiern sind diese kostenpflichtig, bei Versammlungen o.ä. sind sie kostenfrei.

Als Resume halte ich für mich fest, dass Born natürlich nicht Merken ist.
Aber durch unsere Initiative, und damit ist jeder Merkener gemeint, kann viel verbessert werden.
Die Gemeinde Brüggen hat das Glück, durch einen ausgeglichenen Haushalt finanzielle Mittel zur Verfügung zu haben.
Merken hat dafür einen Betrieb vor den Toren, der sich schriftlich verpflichtet hat, Merken durch die Zeit der Tagebaunachbarschaft und darüber hinaus zu unterstützen.

Durch den Besuch in Born sehe ich noch einige Verbesserungsmöglichkeiten für Merken, die mir bis dahin nicht bewusst waren und über den bisherigen Stand des Dorfentwicklungsplanes hinaus gehen, so z.B. die Gestaltung der Roermonder Straße, des Friedhofes, die Begrünung einzelner Plätze usw.

Nur durch unsere Ideen können Dinge umgesetzt werden. Ohne Ideen bleibt es, wie es ist, oder es geht berg(bau)ab.

Im Namen der Beteiligten möchte ich mich für die herzliche Aufnahme in Born und das Aufbringen der Freizeit bedanken.

Bernd Breuer