Das Kreuz im Venn

Auf der Richelsley, einem 80 m langen und bis zu 12 m hohen devonischen Konglomeratfelsen (einzigartig im Monschauer Land) bei Reichenstein, entstanden vor über 400 Millionen Jahren, wurde am 28.07.1890 ein mächtiges Eisenkreuz eingeweiht. Pfarrer Gerhard Joseph Arnoldy, von 1869 bis 1914 in Kalterherberg tätig und Erbauer des dortigen "Eifeldoms", ließ es für 800 Goldmark auf eigene Kosten errichten zur Erinnerung an Stephan Horrichem, den "Apostel des Venns". Horrichem war 1639 bis 1686 Prior des Prämonstratenserklosters Reichenstein und unermüdlich in seiner Hilfsbereitschaft für die bedrängten Menschen am Venn während des 30 jährigen Krieges.   

Das Kreuz im Venn ist 6m hoch, 1338kg schwer und fest im Fels verankert. 31 Stufen führen hinauf zum Kreuz, in das kreuzförmige Ornamente eingeschnitten sind, an denen waghalsige Jungen frühere hochkletterten, um, auf den Querbalken liegend, weit ins Monschauer Land schauen zu können. Bei der Renovierung von 1959 wurden die Öffnungen von innen mit Eisenplatten versperrt. 
In der natürlichen Felsnische haben die Kalterherberger im September 1894 zu Ehren des silbernen Priesterjubiläums von Pfarrer Arnoldy eine Marienstatue aufgestellt. Sie ist heute noch das Ziel stiller Pilger oder von Prozessionen.  

Im Mittelalter lag die Richelsley an einer sehr belebten Handels- und Pilgerstraße, die das Land in nordsüdlicher Richtung durchzog. Von der Mitte des 15. bis ins 18. Jahrhundert fuhren hier vorbei die Wagenzüge der Kupferschläger aus Aachen und Stolberg bis nach Paris. Das Kreuz im Venn ist bekannt geworden durch den gleichnamigen Roman von Clara Viebig.  Längst ist das Kreuz ein Wahrzeichen geworden für das Land zwischen Kalterherberg und Mützenich.
Quelle: www.butgenbach.be