Einleitung: Der Dorfentwicklungsplan für Merken

"Heimat", dieser Begriff wird immer wieder auf verschiedenen Ebenen diskutiert. Sie wird bedroht durch Naturkatastrophen, wirtschaftlichen Ruin oder - wie im Fall von Merken - von den Auswirkungen des Braunkohletagebaus.

Deutlich wird, dass der Begriff "Heimat" und die Assoziationen dazu aus dem Bild von Kitsch und einengender Muffigkeit der vergangenen Jahrzehnte herausgeholt wird.
Heimat wird als eine Chance gesehen, ein Baustein für ein Europa, eine interkulturelle Welt. Um sich als einen solchen Baustein zu verstehen und wahrzunehmen ist es notwendig die Besonderheiten, die Merken hat, herauszuarbeiten, zu vergleichen und in ein größeres System einzubetten.

Der Dorfentwicklungsplan für Merken ist als informeller Rahmenplan zu verstehen, der dazu dient, unter Beteiligung der Dorfgemeinschaft Ziele zur Entwicklung des Ortes zu formulieren und daraus ein Handlungskonzept mit konkreten Maßnahmen abzuleiten. Der Dorfentwicklungsplan soll mit dazu beitragen:

· Die Qualitäten, Mängel und Konflikte im Ort zu verdeutlichen.

· Die Zukunftsperspektiven unter Berücksichtigung der bisherigen Entwicklung und der über Jahrzehnte anstehenden Beeinträchtigungen durch den Tagebau aufzuzeigen.

· Konkrete Vorschläge und Empfehlungen für eine qualitätsvolle und nachhaltige Ortsentwicklung unter Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger zu erarbeiten und zu begründen.

· Auf geeignete Planungsinstrumentarien und erforderliche Planungsschritte hinzuweisen.

· Und nicht zuletzt das Interesse der Bürgerinnen und Bürger für ihr Dorf zu stärken und die Eigeninitiative weiter anzuregen.

Planungsinhalte
Die räumliche Abgrenzung des Untersuchungsgebiets wird im Norden und Westen von der geplanten Abbaugrenze des Tagebaus, im Osten von der Rur und im Süden von der A4 bestimmt. Der Dorfentwicklungsplan besteht aus einem städtebaulichen und einem dorfökologischen Teil, wobei die dorfökologischen Aspekte integrativer Bestand der Planung sind. Sie wurden durch den Ökologen Herrn Dr. Olaf Denz erarbeitet.

Welche Themenbereiche besonders intensiv bearbeitet wurden, hat sich aus der Wertung der bestehenden Situation und insbesondere aus dem Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern ergeben. Die IG Merken hatte im Vorfeld durch eine Bürgerbefragung und dem Aufbau einer strukturierten Website bereits hervorragende Basisarbeit für die Bestandsaufnahme geleistet. Zum damaligen Zeitpunkt konnten wir Schwerpunkte in den Bereichen

· Stärkung der Infrastruktur

· Kompensation von Verlusten im Bereich Naherholung und Naturhaushalt sowie

· Freiraumgestaltung erkennen.

Erfahrungsgemäß stehen oft Fragen der Dorfgestaltung im Vordergrund: Diese umfassen öffentliche Bereiche wie Platz- und Straßenbereiche oder Grünflächen und sonstige Gemeinschaftsanlagen sowie auch private Bereiche. Dazu gehören z.B. die Verbesserung des Wohnumfeldes, die Verbesserung von Fassaden und Hofflächen.
Gestaltungsvorschläge worden auch unter dem Aspekt der Barrierefreiheit erarbeitet, um dem demografischen Wandel nachhaltig gerecht zu werden. Wichtig waren auch dorfökologische Themen wie die Einbindung des Ortes in die Landschaft, die Ortsränder und -eingänge oder die Umgestaltung stark versiegelter Flächen.

Mit freundlichen Grüßen
Dipl. - Ing. Astrid Urgatz

www.planungsbuero-urgatz.de

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