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Ergebnis der ersten Bürgerversammlung

am 05. Februar 2009, 19.30 – 21.45 Uhr
in der Mehrzweckhalle des Dorfes Merken

 
Anwesend waren ca. 230 Bürgerinnen und Bürger, der Bürgermeister Herr Larue, der Leiter des Amtes für Stadtentwicklung Herr Kürten, die Bezirksregierung Köln war vertreten durch Frau Djenanian und Frau Rehm, Herr Pfarrer Plum, der Vorsitzende des Bezirksausschuss Merken, sowie einige Vertreter der IG Merken.

Zunächst begrüßte der Bürgermeister die zahlreich erschienen Bürgerinnen und Bürger und gab eine kurze Einführung in das Thema Dorfentwicklung Merken. Er weist darauf hin, dass es sich um einen offenen Prozess handelt, bei dem ein starkes Bürgerengagement ausdrücklich gefragt ist. Das Planungsbüro Urgatz wurde nach einer Ausschreibung für den Auftrag von der Stadt ausgewählt, um diesen Prozess mit einem professionellen Blick von außen durchzuführen.

Frau Urgatz stellte an Hand einer Lichtbildpräsentation zunächst das Planungsbüro und seine Arbeitsweise vor. Dabei spielt die Kooperation mit Biologen eine wichtige Rolle. Für das Dorfentwicklungskonzept Merken wird der Biologe Dr. Olaf Denz die dorfökologischen Aspekte erarbeiten.

Als nächsten Schritt zeigte Frau Urgatz die Eigenarten von Dorfentwicklungsplänen auf. Anhand des zeitlichen Ablaufs wurde dies verdeutlicht.
Der gesamte Prozess wird im Internet auf der Seite des Dorfes Merken www.merkenonline.de zu verfolgen sein.

Das Untersuchungsgebiet für das Dorfentwicklungskonzept schließt derzeit das gesamte Dorf Merken ein, welches begrenzt ist im Norden und Westen durch die Abbaugrenze, im Süden durch die A4 und im Osten durch die Rur. 

Der sich anschließende fotographische Rundgang durch das Dorf zeigte Situationen zu den Themen: Geschichte, Wirtschaft, Landwirtschaft, Freizeit, Infrastruktur, Dorfgemeinschaftsleben, Siedlungs- & Erschließungsstruktur, Straßen & Plätze, Bauformen und Dorfökologie.

Vor dem Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern erläuterte Frau Urgatz den nächsten Beteiligungsschritt genauer:
Am Sonntag den 29. März 2009 wird eine ganztägige Zukunftswerkstatt veranstaltet.
Workshops und Zukunftswerkstätten sind aufgrund ihrer ergebnisorientierten Arbeitsweise interessante und effiziente Beteiligungsformen. Sie ermöglichen eine intensive Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern bei der Bearbeitung von Planungen, sowie bei der Behandlung von Problem- und Fragestellungen im Ort. Im Rahmen der Zukunftswerkstätten können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach Erfassung der Mängel und Konflikte erste Visionen über die Zukunft ihres Dorfes entfalten, um dann Entwicklungsziele und konkrete Maßnahmen zu formulieren. Auf dieser Grundlage wird dann die planerische Konkretisierung der Zielsetzungen erarbeitet und schrittweise in themenbezogenen für Alle offenen Arbeitskreise mit den Bürgerinnen und Bürgern erörtert und weiterentwickelt.
Interessierte mögen sich bis spätestens 16.3.2009 HIER anmelden.

Das Gespräch brachte der Planerin in sehr konstruktiven Beiträgen die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger nahe. Folgende Aspekte wurden geäußert:

Realisierung:
An die Stadtverwaltung ging die Frage hinsichtlich der Finanzierung  des Projekts und die darauf folgende Umsetzung der zu erarbeiteten Ideen. Diese konnten jedoch vom Bürgermeister und Frau Rehm der Bezirksregierung Köln beantwortet werden, denn mit verschiedenen Maßnahmen kann dieses Projekt unterstützt werden, jedoch können derzeit noch keine Zahlen genannt werden. 

Verkehrsbelastung /  K35n:
Die K35n (Umgehung) wird zur weiteren Verkehrsentlastung  des Dorfes ein
weiteres Thema sein. Die Bürger erwarten die Umgehungsstraße bereits mit Ungeduld. Dieser Beitrag wurde mit Applaus bedacht. Ebenso wurde die Verkehrsbelastung innerhalb der Petersstraße, als ein weiterer Aspekt angesprochen. 

Dorfleben:
Vermehrt wurde der Wunsch nach einem zentralen Treffpunkt geäußert, an dem sich alle Generationen der Dorfgemeinschaft treffen können. Dieser Treffpunkt nahm innerhalb des Gespräches die Form einer Mehrzweckhalle im Zentrum, d.h. in der Nähe des Schützenplatzes des Dorfes an. Das Planungsbüro Urgatz nimmt diesen mehrfach genannten Wunsch für das Gemeinschaftsleben des Dorfs zur Kenntnis, insbesondere da bei der Versammlung allen der desolate Zustand der Mehrzweckhalle vor Augen geführt wurde, so dass auch in Zukunft Feste und ähnlich Veranstaltungen im Dorf stattfinden können.

Die Jugendarbeit müsse verbessert werden, auf Grund einer drohenden Abwanderung junger Menschen und junger Familien innerhalb des Dorfes. Besonders für die Jugendarbeit der Sportvereine mangelt es auch heute schon an ausreichend Raum.

Der Vandalismus führte zu einer Abzäunung des Weihers, da die Zerstörungswut nicht mehr anders zu kompensieren war. Allerdings sollte für eine funktionale Verknüpfung der Freiräume überlegt werden, ob diese Umzäunung wieder geöffnet wird und man dem Vandalismus mit einer anderen Lösung entgegentreten kann.

Spielplatzpaten:
Spielplätze dienen als Treffpunkt für Jung und Alt, in der Stadt Düren wurde daher zur Bewahrung der Qualität der Spielplätze, sowie der Organisation eines Spielplatzfestes das Projekt der ehrenamtlichen Spielplatzpaten ins Leben gerufen. In Merken werden für zwei Spielplätze noch Paten gesucht. Bei Interesse können Sie sich bei  Frau Wagner beim Jugendamt der Stadt Düren melden. Siehe auch Presseartikel der DN vom 03.02.2009.
Ansprechpartner ist das Jugendamt Düren, Tel. 02421-252111

Schäden der Bausubstanz:
Der heranrückende Tagebau hinterlässt in verschiedenen Häusern bereits heute Risse innerhalb der Substanz und zwingt die Bewohner zum Handeln. Die Bürger können sich hinsichtlich dieser Bedrohung Hilfe und Rat bei dem Amt für Stadtentwicklung holen. Die Stadt erstellt ein Vorgutachten, mit dem man weitere Schritte bei Bergbaubetreiber veranlassen kann.

Nahversorgung:
Die Nahversorgung innerhalb des Ortes muss in Zukunft vor allem für die älteren Bewohner des Dorfes gesichert werden, da diese meist auf Grund von Mobilitätseinschränkungen den Ort nicht verlassen können. Jenseits der klassischen Supermarkt-Lösung bietet sich z. B. die Möglichkeit, dies mit einem Dorfladen zu erreichen und ein spezifisches Angebot zusammenzustellen, welches der Nachfrage der Bewohner entspricht. 

Bauflächen:
Die Planerin stellte es in Frage, ob zur Erreichung einer ausgewogenen sozialen Mischung der Bevölkerung weitere Einfamilienhaussiedlungen die richtige Antwort sei. Gerade in Merken, wo der Freiraum durch den Tagebau eklatant beschnitten wird, muss weitere  Flächennutzung sorgfältig durchdacht werden. Zunächst sollte der Leerstand innerhalb des Dorfes z. B. durch Umnutzungen beseitigt werden, bevor am Dorfrand weitere Wohnbauflächen entstehen. 

PLANUNGSBÜRO URGATZ
DIPL.-ING. ARCHITEKTIN
TEL. 0241/4013434
FAX  0241/4016261
52064 AACHEN MARIABRUNNSTR. 20                   

Email: info@planungsbuero-urgatz.de

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